Ausflüge
Srbská Kamenice (Windisch-Kamnitz) mit den heutigen etwa 200 ständigen Bewohnern ganz sicher kein gewöhnliches nordböhmisches Dorf ist. Es breitet sich unter dem höchsten Punkt des Nationalparks Böhmische Schweiz, dem von Legenden umwobenen Rosenberg (619 m.ü.M.) aus. Da wurden von jeher Heilkräuter gesucht, da konnte man auch Schätze finden und in dieser Gegend ereignete sich manche bewegte Geschichte, samt Morde.
Das wichtigste Baudenkmal des Dorfes ist die Barockkirche des hl. Wenzel aus den 70-er Jahren des 18. Jahrhunderts mit dem Rokokoaltar, der am Ende desselben Jahrhunderts auf dem Schiff über die Moldau und die Elbe aus Prag bis Dìèín ein und dann mit dem Ochsengespann nach Srbská Kamenice gebracht wurde. Aus dem Kirchturm ertönt ab September 2003 ein dreistimmiges Glockengeläut – zu der älteren Glocke „Maria“ kamen noch zwei neue Glocken: „Heiliger Wenzel“ und „Herz Jesu“.
Namentlich die Kirche ist schon vom Jahr 1994 ein Schauplatz des Internationalen Musikfestspiels, das hier jedes Jahr im August und im September stattfindet. Die Mitwirkenden sind meistens tschechische und deutsche Künstler. Als besonders exotisch galt hier der Besuch der japanischen Studentinnen im Jahre 2002.
Ausflüge in die Umgebung:
Direkt aus der Mitte des Dorfes führt der gelbmarkierte touristische Weg zum Gipfel des Rosenberges, dem Basalthügel vulkanischer Herkunft. Bevor Sie Ihren Namen in das Gipfelbuch eintragen können, müssen Sie die Höhe von 400 Meter überwinden. Das Panorama der malerischen Landschaft können Sie während des Aufstiegs aus den grasreichen Wiesen beobachten, eher als aus dem Gipfel, der bewaldet ist. Vom ehemaligen Aussichtsturm und Restaurant, die in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts zugrunde gingen, blieben nur Ruinen. Vom Rosenberg kann man den gelbmarkierten Weg weiter folgen bis in das sehenswerte Dorf Kamenická Stráò (Kamnitzleiten), von hier weiter zum Kamnitztal absteigen zu der romantischen Grundmühle, die in den fünfziger Jahren vorigen Jahrhunderts als Schauplatz der bekannten tschechischen Filmmärchen war und die schon seit lange Zeit zum ausgesuchten Reiseziel der Naturfreunden wird. Auf dem blaumarkierten Waldweg kehren Sie dann zurück nach Srbská Kamenice (Windisch-Kamnitz), wo der 13 Kilometer lange Rundweg abschließt.
Der blaumarkierte Wanderweg aus Nieder-Windisch-Kamnitz führt uns in der anderen Richtung nach der 6,5 Kilometer entfernternten Stadt Èeská Kamenice (Böhmisch Kamnitz). Der Wanderweg geht zuerst vorbei am Bunker der Befestigung der Tschechoslowakei vor dem zweiten Weltkrieg, dann weiter durch die Schweinsgründe, wo nach der Sage ein Schatz begraben worden war und von einem geheimnisvollen schwarzen Nachtjäger bewacht wird. Er versetzte in der Vergangenheit in Schrecken hauptsächlich Jüngen aus Windisch-Kamnitz, die durch die Nacht von ihren Mädchen aus Böhmisch Kamnitz oder Philippsdorf nach Hause eilten .
Wanderer, Radfahrer sowie auch die, die zu ihrem Wanderziel lieber mit dem Wagen näher kommen wollen, haben vom Srbská Kamenice in ihrer Griffweite weitere meist bekannte und besuchte Plätze in der Böhmischen Schweiz, zu denen zählt die größte Steinbrücke Europas-das Prebisch-Tor, die Kahnfahrt in den Klammen des Kamnitzbaches, die Dittersbacher Felsen, und die Felsburgen Schaunstein („Raubschloß“) und Falkenstein.
Ebenso nahe sind die Berge und Täler des Lausitzer Gebirges, wie z. B. der Kaltenberg (737 m ü.M.) mit Steingeröllen, wo seit mehr als hundert Jahren Gämsen leben; oder der Tannenberg (774 m ü M.). Von seinem Aussichtsturm kann man bis zur Schneekoppe blicken.
Interessante Ausflüge bietet auch das Tschechische Mittelgebirge, z.B. die Stadt Benešov (Bensen) mit seinem neugotischen Ranaissanceschloss. In der 15 km erntfernten Stadt Dìèín (Tetschen) – 50 Tsd. Einwohner- können die Besucher den Gabäudekomplex des Schlosses, oder das Museum mit ständiger Exposition der Elbschifffahrt besichtigen, oder sie können ihren Besuch dem Zoologischen Garten oder dem Schwimmingpool abstatten.
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